Physiotherapie bei Funktionsstörungen im Becken
sowie komplexen gynäkologischen und urologischen Schmerzsyndromen
Die Physiotherapie bei Funktionsstörungen im Becken sowie komplexen gynäkologischen und urologischen Schmerzsyndromen bei Physiotherapie Vitality Frankfurt deckt zwei zentrale Themenbereiche ab.
Zum einen bieten wir die klassische Beckenbodentherapie nach dem Physio-Pelvica-Konzept an – z. B. bei Inkontinenz, Senkungsbeschwerden oder nach Operationen.
Zum anderen richtet sich unsere Behandlung an Patient:innen mit perinatalen, perioperativen sowie chronischen gynäkologischen und urologischen Schmerzsyndromen und Funktionsstörungen.
Die Therapie ist evidenzbasiert, patientenzentriert und leitlinienorientiert – mit dem Ziel, Schmerzen zu reduzieren, Funktion zu verbessern und die Lebensqualität nachhaltig zu steigern.
Wann ist Beckenboden-Physiotherapie sinnvoll?
Funktionsstörungen und Schmerzen im Becken sowie der Beckenorgane können die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen und unterschiedliche Ursachen haben.
Häufige Symptome und Beschwerdebilder
- Inkontinenz (Harn-, Stuhl- oder Windinkontinenz)
- Entleerungsstörungen von Blase oder Darm
- Schmerzen im Beckenboden und am Beckenring (Symphyse, ISG, Steißbein)
- Störungen der Sexualfunktion (z. B. Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, Orgasmus-/Erektionsstörungen)
- Senkungsbeschwerden (z. B. Gebärmutter-, Blasen- oder Darmsenkung), auch nach Operationen
- Hämorrhoiden (im funktionellen Zusammenhang)
- Postpartale Beschwerden (z. B. nach Schwangerschaft und Geburt, inkl. Rektusdiastase)
Männer, Frauen und Kinder können betroffen sein – häufig z. B. nach Operationen (Blase, Enddarm, Prostata, Gebärmutter), während oder nach Schwangerschaft und Geburt, bei Bindegewebsschwäche, Übergewicht, Kraftdefiziten, erhöhtem oder vermindertem Muskeltonus sowie eingeschränkter Wahrnehmung des Beckenbodens.
Klassische Beckenbodentherapie (Physio Pelvica)
In der klassischen Beckenbodentherapie arbeiten wir strukturiert, alltagsnah und funktionell – mit dem Fokus auf Kontrolle, Belastbarkeit und Integration in Alltag und Sport.
Typische Bausteine:
- Aufklärung zu Anatomie, Funktion und Zusammenhängen (Blase, Darm, Beckenorgane, Atmung, Bauchdruck)
- Wahrnehmungsschulung des Beckenbodens (zentraler Bestandteil)
- Aktive Therapie: individuell angepasste Übungen (Kraft, Ausdauer, Koordination, Entspannung)
- Alltags- und Belastungstraining (z. B. Heben/Tragen, Husten/Niesen, Sport)
- Return to Running / Return to Sport nach Schwangerschaft und Geburt
- Bei Bedarf: Biofeedback und ergänzende Techniken zur Tonusregulation
Physiotherapie bei komplexen gynäkologischen und urologischen Schmerzsyndromen
Ein weiterer Schwerpunkt bei Vitality ist die Physiotherapie bei komplexen gynäkologischen und urologischen Schmerzsyndromen.
Dieser Ansatz spricht Frauen und Männer gleichermaßen an und berücksichtigt, dass Schmerzen im Unterbauch- und Beckenbereich nicht immer unmittelbar mit dem Beckenboden assoziiert werden.
Relevante Einsatzbereiche (Schmerzfokus)
- Akute peripartale Schmerzen nach Geburt (vaginal/Section)
- Schmerzen nach gynäkologischen und urologischen Operationen
- Posttraumatische Beschwerden
- Endometriosebedingte Schmerzen und funktionelle Unterbauchschmerzen
- Narbenproblematiken (Sectio, Laparoskopie, Endometriose-OP)
- Rücken-, Becken- und Hüftschmerzen im gynäkologischen und urologischen Kontext
- Chronische Leistenschmerzen im Sport
- Beckenringbeschwerden in der Schwangerschaft
- Chronische Prostatitis beim Mann
- Schmerzen und Funktionsstörungen bei Erkrankungen, Verletzungen und nach Operationen der weiblichen Brust
Therapeutische Schwerpunkte (evidenzbasiert & leitlinienorientiert)
- Individualisierte schmerzspezifische Assessments
- Strukturierte Patientenedukation und aktivierende Zielvereinbarungen
- Nocebo-vermeidende und ressourcenorientierte Gesprächsführung
- Nichtmedikamentöse Maßnahmen zur Schmerzlinderung, z. B.:
• Atemtherapie und Entspannungsverfahren
• Entlastungslagerungen
• Biofeedback
• Myofasziale Techniken & Triggerpunkttherapie
• Manuelle Therapie in Kombination mit Übungsbehandlung (Selbstmanagementprogramme)
• Narbentherapie
• TENS und weitere physikalische Maßnahmen
Wir arbeiten konsequent nach einem biopsychosozialen Therapiemodell und berücksichtigen Überzeugungen, Erwartungen und emotionale Reaktionen auf Schmerz. Ziel ist eine allmähliche Steigerung der Aktivität und Belastbarkeit, u. a. durch:
- Graded Exposure (schrittweiser Belastungsaufbau)
- Körperwahrnehmungstraining / Graded Motor Imagery
- Motivation zu aktiven Bewegungsprogrammen
- Verbesserung der Gesundheitskompetenz
Organisation, Zusammenarbeit mit Ärzt:innen & Kostenübernahme
Die Behandlung erfolgt individualisiert, patientenzentriert und leitlinienbasiert, auf Wunsch in enger Abstimmung mit den behandelnden Ärzt:innen.
Ein fester Bezugstherapeut über die gesamte Behandlungsdauer gewährleistet Kontinuität und Qualität.
👉 Sowohl die Beckenboden-Physiotherapie als auch die Schmerztherapie werden bei Vitality inzwischen auch für gesetzlich Versicherte angeboten, ebenso für Privatpatient:innen und Selbstzahler.